Das Lamm Gottes, „Agnus Dei“, gekennzeichnet mit seiner Siegesfahne, steht für Jesus Christus, der die Sünden der Welt hinwegnimmt und für seine Auferstehung, welche wir in unserem, von der christlichen Religion geprägten Kulturkreis jedes Jahr an Ostern feiern. Im frühen Stadium des christlichen Glaubens war es Brauch, frisches Lammfleisch unter den Altar zu legen, um es weihen zu lassen. Am Ostersonntag, dem Tag der Auferstehung stellte dieses geweihte Fleisch die erste Mahlzeit nach den Entbehrungen der Fastenzeit dar und war ein bedeutendes Ereignis für die Christen.

In der heutigen Zeit wird an Ostern noch immer Lammbraten oder Lammhaxe verzehrt, ein wenig hat diese Tradition indes an Bedeutung verloren. Es geht aber auch ganz ohne die Schlachtung der neugierigen und lebenshungrigen Tierkinder, die althergebrachte Tradition zu pflegen. Das gebackene Osterlamm oder auch die Osterlämmer aus Schokolade (am besten natürlich vegan…) können den Brauch am Leben erhalten. Der Kuchen in Lämmchen-Form ist eine schöne und leckere Alternative für alle, die gern auf Lammfleisch an Ostern nicht aber auf die Tradition verzichten wollen.

Um die Entscheidung zugunsten der fleischlosen Varianten zu untermauern, wollen wir nun auch einige der unschönen Fakten hinsichtlich des Leidens der leibhaftigen sog. Osterlämmer nicht unerwähnt lassen.

Die Lämmchen, die als Osterlämmer herhalten sollen, werden im Winter geboren. Sie werden in Ställen gemästet. Tageslicht oder gar eine Weide bekommen sie nie zu Gesicht, da die Weidezeit ja erst im Frühjahr beginnt. Dann sind sie jedoch bereits tot. Mit wenigen Wochen, also noch als Babys, werden sie von ihren Müttern getrennt und zum Schlachthof transportiert. Bereits der Transport ist mit Stress und Angst verbunden. Tierschutzorganisationen deckten auf, dass der Transport der Kleinen oft Stunden, teilweise sogar Tage dauert, in denen sie nur unzureichend, wenn überhaupt versorgt werden. Allein, ohne ihre Mütter, erleben sie die Gräuel in den Schlachthäusern, wo sie die Angst der anderen zur Schlachtung anstehenden Artgenossen spüren. Sie werden in viel zu kleinen Verschlägen eingepfercht, wo sie sich einklemmen, verletzen und im Zweifel sogar nur übereinander stehen können. Die der Schlachtung vorangehende Elektronarkose (bspw.) wird aufgrund der Vielzahl der Tiere oft schnell und unsorgfältig durchgeführt, so dass viele der kleinen Lämmer ihre Schlachtung bewusst miterleben und spüren, wie sie qualvoll verbluten.

Vor diesem Hintergrund bitten wir, doch darüber nachzudenken, ob tatsächlich ein Lämmchen, das eigentlich noch gar nicht angefangen zu leben, auf den Tisch kommen muss, oder ob es nicht doch die leckere und einfach herzustellende Kuchenvariante am Ostersonntag sein kann.

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