Da wird ein kleiner, süßer und kuscheliger Hund nach Deutschland geholt. Ein Malteser-Mix lässt sich ja schließlich gut und schnell vermitteln. Doch was passiert, wenn dieses Lebewesen plötzlich einen eigenen Willen zeigt, nie erzogen wurde, Grenzen testet und die neuen Besitzer mit seinem Verhalten völlig überfordert sind?

Genau das ist bei Gigi passiert, der über einen im Auslandstierschutz aktiven Verein nach Deutschland vermittelt wurde.

Nachdem es in der Endstelle zu Problemen kam, wurde uns gegenüber unmissverständlich signalisiert, dass von Vereinsseite kaum noch Handlungsspielraum gesehen werde. Es stand die Aussage im Raum, dass der Hund im Zweifel sogar wieder zurück nach Malta geschickt werden müsse, falls sich keine andere Lösung finde. Anstatt als vermittelnde Organisation selbst die Verantwortung zu tragen und vor Ort zu helfen, wurde der Druck einfach weitergegeben – getreu dem Motto: Die Lösung soll gefälligst jemand anderes finden.

Wir erhielten schließlich die Anfrage und sagten einer Aufnahme zu, um zu verhindern, dass Gigi zum Wanderpokal wird. Am Dienstag erfuhren wir dann, dass noch eine Vorkontrolle stattfinden soll. Das kann man zwar als positives Engagement werten, doch die Sache hat einen bitteren Beigeschmack: Zum Zeitpunkt der Vorkontrolle – als also noch gar kein Ergebnis feststand – war Gigi nämlich schon auf dem Weg zu uns. Dass er heute bereits bei uns einzieht, erfuhren wir am Freitagnachmittag allerdings nicht durch den vermittelnden Verein, sondern von der netten Dame, die die Vorkontrolle bei uns durchführen sollte.

Tierschutz, wie er nicht sein sollte! Wer ein Tier nach Deutschland holt, kann nicht davon ausgehen, dass immer alles reibungslos abläuft. Denn man holt kein Gerät, sondern ein Lebewesen. Man muss Verantwortung übernehmen, bevor man die Tiere einreisen lässt!

Gigi badet es nun aus und wir unterstützen ihn dabei. Wir schauen ihn uns genau an und arbeiten mit ihm. Wir geben ihm die Zeit, die er braucht, damit er hoffentlich irgendwann ein Zuhause finden kann, in dem er die echte Rückendeckung erfährt, die jedes Tierschutztier verdient hat.

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